Rekonstruktion: unsere Keltengruppe, „die Hochwaldkelten“

Projektdauer: seit 2001

Projektziel: die Öffentlichkeit mit keltischen Akteuren über die antike Lebenswelt zu informieren (Vermittlung durch Rekonstruktion).

Darstellung

Unsere Vereinsmitglieder können sich diesem Projekt anschließen und die Welt der Kelten hautnah erleben. Unter Anleitung und durch eigene Recherche rekonstruieren sie eine Tracht aus keltischer Zeit und schlüpfen quasi in die Rolle eines Kelten. Mit ihrer Kleidung und dem dargestellten Handwerk bzw. ihrer Tätigkeit vermitteln sie Besuchern im Keltenpark das Leben der Eisenzeit.

Die Darstellung basiert auf Funden der Hunsrück-Eifel-Kultur (Hochwald-Nahe-Gruppe) bzw. der darauf folgenden Treverer-Kultur (späte Latènezeit). Das entspricht dem Zeitraum ca. 620 bis 50/30 v. Chr., also  von der späten Hallstatt-Zeit bis zur Romanisierung. Jedoch mit regionalem Bezug zu Hochwald-Hunsrück-Nahe. So kann der Verein die keltische Entwicklungsgeschichte mit zahlreichen Facetten in Kleidung, Schmuck, Bewaffnung und Handwerk darstellen.

Hintergrund

Der Aufbau einer Keltengruppe war seit der Vereinsgründung im Jahr 2001 ein wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit. Die Keltengruppe zielte von Anfang an darauf ab, die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins wirksam, anschaulich, leicht verständlich und im Dialog mit Interessierten umzusetzen. Im Lauf der Jahre entwickelte sie sich von einer engagierten Darstellergruppe zu einem regelrechten „mobilen Museum“. Die Gruppe trägt seit 2009 den Namen „Hochwaldkelten“ und hat seitdem zahlreiche Museumsveranstaltungen in der Großregion belebt. Die Einnahmen aus diesen Auftritten kamen/ kommen der Vereinsarbeit zu 100% zu Gute. Inzwischen besteht diese Gruppe aus etwa 35-40 Aktiven (von etwa 200 Vereinsmitgliedern insgesamt). Unsere Hochwaldkelten haben gute Verbindungen zu anderen Keltengruppen, mit denen sie oft gemeinsam zu sehen sind.

Realisierung

Durch Teilnahme an Workshops, Vorlesungen, Exkursionen und eigenem Studium entwickeln die Darsteller ihre Fertigkeiten. Für die Herstellung der „Kostüme“ gibt es strenge Richtlinien, die sich auf archäologische Kenntnisse stützen: „Arbeiten am Fund“ lautet die Devise. Freilich kann jedes Mitglied für sich entscheiden, wie intensiv es sich in die Handwerksarbeit stürzt. Manche z.B. interessieren sich eher für die Vermittlung und genießen es, Besuchern in keltischer Gewandung das Keltendorf zu erklären. Andere begnügen sich mit Hilfsarbeiten, z.B. dem Bedienen des Blasebalgs oder der Nahrungszubereitung für die Truppe. So kann sich jedes Vereinsmitglied bzw. jeder Akteur in der Darstellungsgruppe so einbringen, wie es ihm am besten liegt.

Kompetenzen

Im Lauf der Jahre haben die Akteure ein profundes Wissen über antike/alte Handwerkstechniken erworben und manche von ihnen sind zu anerkannten Spezialisten in ihrem Fach geworden. Inzwischen publizieren sie, führen externe Fortbildungen durch, gehen z.T. gewerblich ihrem antiken Handwerk nach oder statten Museen mit authentischen Repliken aus. Es gibt sogar ein Theaterstück zum Gallischen Krieg, wo sich die Mitglieder einbringen können…

Beispiel

  • Video Internationales Keltenfest Celtoi 2017 im Keltenpark (Link)
  • Artikel zu Textilfunden in der Region (Link)
  • Ausstellung „Pracht und Herrlichkeit des keltischen Mannes“ (Link)
  • Ausstellung „Die Dame von Schengen“ (Link)