Moskau: Armring von Schwarzenbach ausgestellt

Armring von Schwarzenbach in St. Petersburg ausgestellt

Am 10. November wurde die Ausstellung „Eisenzeit – Europa ohne Grenzen“ in der Eremitage in Sankt Petersburg in Russland eröffnet. Diese Ausstellung wurde in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin vorbereitet und zielt auf eine neue Ära der internationalen Zusammenarbeit und des Dialogs.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar zu sehen, und soll dann vom 15. April bis zum 15 Juli 2021 im Historischen Museum am Roten Platz in Moskau gezeigt werden. Da es sich um Beutekunst-Objekte handelt, kann sie in Deutschland nicht gezeigt werden.

Neben dem Halsring von Besseringen ist auch der goldene Armreif von Schwarzenbach ausgestellt. Er stammt aus einem Grabhügel bei Schwarzenbach und war eine Grabbeigabe der Gründerdynastie des keltischen Ringwalls von Otzenhausen. Er datiert in die Zeit um etwa 400 v. Chr. und zählt wegen seiner außergewöhnlichen Verzierungen zu den bedeutendsten keltischen Kunstwerken. Er ist ein wichtiger kulturhistorischer Beleg für die Integration etruskischer Bilderwelt in die keltische Vorstellungswelt.

Der Armring wurde 1849 entdeckt und gelangte unmittelbar in den Besitz der Familie Böcking, die damals die Eisenhütte in Abentheuer betrieb. Im Rheinischen Landesmuseum in Trier befindet sich eine vor 1903 angefertigte Galvanokopie.

Das Original hingegen verblieb bis 1933 im Besitz von Irina Böcking (Köln) und wurde vom Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte angekauft. Um ihn und andere Gegenstände vor den drohenden Auswirkungen des 2. Weltkriegs zu schützen, wurde er 1939 verpackt.

Jedoch erbeutete nach Kriegsende die Rote Armee zwischen 1945 und 1947 die fraglichen Kisten und so wurde der Ring zur russischen Kriegsbeute. Seitdem galt der Armring als verschollen bzw. war wegen der politischen Umstände nicht vorzeigbar.

Die Duma erklärte 1998 per Gesetz die „kriegsbedingt verbrachten Kulturgüter“ zum nationalen Eigentum Russlands, freilich ohne Einverständnis der Bundesrepublik Deutschland. Deshalb können die Objekte nicht zu Ausstellungszwecken nach Deutschland gebracht werden, da ansonsten diese vom Zoll konfisziert werden würden…

Durch die Bemühungen der Berliner Museen und des Petersburger Museums konnte nun ein entscheidender Schritt getan werden und der Armring wird wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Somit steht er zumindest wieder wissenschaftlichen Untersuchungen zur Verfügung.

Wir beglückwünschen die beteiligten Forscher und Kuratoren ganz herzlich zu ihrem Mut und diesem Erfolg!

Infos zur Ausstellung: https://www.smb.museum/nachrichten/detail/ausstellung-eisenzeit-europa-ohne-grenzen-in-st-petersburg-eroeffnet/

Videogrußbotschaft von Staatsministerin Müntefering
https://germania.diplo.de/ru-de/aktuelles/-/2414242

Den Internetauftritt der Eremitage finden Sie hier
https://www.hermitagemuseum.org/wps/portal/hermitage/what-s-on/?lng=de

Im Eröffnungsvideo können Sie ab Minute 53 den Armring neben dem Halsring sehen:

Der Armring von Schwarzenbach befindet sich in der Vitrine neben dem Halsreif von Besseringen.

Pressemeldung Umweltministerium Saarland 1.11.2020

Potenzialanalyse Keltenland: Umweltminister Reinhold Jost übergibt Zuwendungsbescheid in Höhe von 85.738 Euro

 | Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Agrar- und Landentwicklung

In der Gemeinde Nonnweiler besteht mit dem aus dem 1. Jahrhundert vor Christus stammenden keltischen Ringwall in Otzenhausen ein kulturgeschichtlicher Standort, der in seiner Dimension und seinem Erhaltungszustand einzigartig in Europa ist.

Besondere Synergien der touristischen Vermarktung bieten sich hier mit der neuen Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald an. Umweltminister Reinhold Jost übergab jetzt dem Nonnweiler Bürgermeister Dr. Franz-Josef Barth einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 85.738 Euro, um eine Potenzialanalyse für das „Keltenland Hochwald-Hunsrück-Nahe“ durchzuführen. „Hier bietet sich eine außerordentliche Chance der interkommunalen Vernetzung, wovon auch der ländliche Raum enorm profitieren kann“, erläutert Jost.

Zentrales Projektziel ist es, die Potenziale einer gemeinsamen regionalen Markenbildung als „Keltenland Hochwald-Hunsrück-Nahe“ zu erfassen. „Die einzigartige Dimension und Bedeutung des keltischen Ringwalls von Otzenhausen erlaubt eine gemeinsame Inwertsetzung zu Gunsten von Tourismus, Wissenschaft, Bildung und Denkmalschutz in der Region“, so Jost. In einem ersten Schritt soll neben einer Analyse der Möglichkeiten ein regionales Netzwerk etabliert werden und ein Maßnahmenkatalog als Grundlage für Folgeprojekte entstehen. „In diesem Zusammenhang soll auch die Möglichkeit geprüft werden, eine Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe zu erhalten“, so der Minister.

Im regionalen Umfeld um den Ringwall findet sich eine Vielzahl weiterer bedeutender Relikte und Fundstandorte aus der keltisch-römischen Epoche (u.a. Keltendorf in Bundenbach, Kelten-Römer-Museum in Morbach, Fürstengräber von Thomm, Gehweiler und Hoppstädten-Weiersbach). Jost: „Die räumliche Nähe dieser Kulturstätten bietet „schlummernde“ Potenziale. Ich sehe gute Chancen, das kreis- und bundesländerübergreifende gallo-romanische Erbe erstmals in einen gemeinsamen Rahmen zu bringen.“ 

Rennofenbau

Keltische Eisenindustrie

Während des September 2020 errichteten die Hochwaldkelten mehrere Rennöfen und installierten einen Verhüttungsplatz. Am 3. Oktober wollen wir versuchen auf alte Weise Eisen herzustellen… (witterungsabhängig).

Grubenbrand 2020

Keramik-Grubenbrand im Keltenpark

12. September 2020

Der Arbeitskreis `Keramik´ der Hochwaldkelten führt unter Leitung von Bettina Kocak einen Keramik-Grubenbrand im Keltenpark durch. Dieses mal steht das Brennen der großen Vorratsgefäße auf dem Programm. Sie wurden in vergangenen Aktivitäten getöpfert und sollen das Keltendorf weiter ausstatten.

Aufbau des Keltengartens

Aufbau des ersten Keltengartens (Teil 1)

Im Verlauf von Mai-September haben die Hochwaldkelten an dem ersten Keltengarten im Dorf gearbeitet. Hierzu wurde zuerst der unbrauchbare Lehmboden händisch ausgekoffert und dann mit einer LKW-Ladung Mutterboden aufgefüllt. Das musste alles per Hand mit Schubkarre geschehen. Bei mehreren Veranstaltungen im Sommer bekamen wir sogar Hilfe von der römischen Legion LEG XIIII GEMINA 🙂

Inzwischen arbeiten wir an der Zaunbegrenzung und den dazugehörigen Pfosten. Sie müssen unten angekohlt werden, damit sie länger halten.

Kultstätte eingerichtet

Kultstätte eingerichtet

Im Juli und August richtete unser Verein die Kultstätte im Keltendorf ein. Sie soll modellhaft den Besuchern einen Eindruck einer kleinen Kultstätte vermitteln. Die Holzstele wurde schon vor einigen Jahren platziert und stellt Janus, den zweigesichtigen Gott dar. Der Aschealtar befindet sich wie in der Antike üblich vor der Stele, jedoch außerhalb des Kultbezirks.

Keltenküche

An einem Aktionstag Ende Juli zeigten Hochwaldkelten und Keltenkoch Christian Havenith den Besuchern, wie und was man zur Zeit der Kelten aß.

Den Pressebericht der Saarbrücker Zeitung finden Sie (hier).

Keltenreiter sind da (Juli 2020)

Am 25.+ 26. Juli waren die Keltenreiter von der Heuneburg (Baden-Württemberg) da. Sie führten antike Reittechniken vor und zeigten in einer kleinen Ausstellung viele Dinge rund ums Pferd.

Am Sonntag war dann auch der Keltenkoch Christian Havenith da. Er zeigte den Besuchern, was die Kelten aßen und wovon sie sich ernährten.

Den Nachbericht in der Saarbrücker Zeitung finden Sie (hier).

Töpferwochenende 18./19.07.2020

An diesem Wochenende drehte es sich alles um Keramik im Keltendorf. Die Töpferin Bettina Kocak arbeitete zusammen mit dem Arbeitskreis Keramik der Hochwaldkelten im Keltendorf. Die Besucher des Keltenparks konnten den Handwerkern bei der Arbeit zuschauen und gerne wurden Fragen rund um die Lebenswelt der Kelten beantwortet. Welche Art von Keramiken gab es, wie waren die Brenntechniken? Dies und viel mehr konnten Sie im Keltenpark erfahren.

Der Arbeitskreis erzeugt authentische Töpferwaren, die im Keltendorf Verwendung finden, z.B. große Vorratsgefäße für den Speicherbau oder Trinkschalen und Tischgeschirr.

Die Werke von Bettina Kocak (Fa. Goldgrubenkeramik) sind europaweit bekannt. Sie ist auf die Keramik der polychromen Alb-Hegau-Gruppe spezialisiert und wird ein kleines Sortiment ihrer Produkte mitbringen.
Mehr Infos zu ihrer Arbeit unter www.goldgrubenkeramik.de und in diesem Artikel (hier).

Den Artikel zu der Veranstaltung in der Saarbrücker Zeitung finden Sie (hier).

Neues Forschungsprojekt (ab 01.07.2020)

Neues Forschungsprojekt zum regionalen keltischen Erbe (1.7.2020)

Bei dem Vortrag am 05.03.2020 in Schwarzenbach stellte unser Vorstandmitglied und Altertumswissenschaftler Michael Koch seine Idee einer UNESCO-Weltkulturerbe-Region zum keltischen Erbe im Hochwald-Hunsrück-Nahe-Land vor. In seinem Vortrag umriss er die Bedeutung der Fundplätze in unserer Region und wies auf die zentrale, ideale Lage des Nationalparks in diesem Raum hin. „Die Keltenfunde sind zwar weltbekannt und in einer einmaligen Dichte vorhanden, aber dank der Etablierung des Nationalparks ist es erst jetzt möglich, über neue Formen der Denkmalvermittlung und -auswertung nachzudenken,“ so Koch. „Seine landesübergreifende Struktur zeigt nämlich, wie wichtig die Arbeit über kommunale Grenzen für den Natur- und auch für den Denkmalschutz ist. Immerhin erstreckt sich das „Keltenland“ über sieben Landkreise und die Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz.“

Diese Idee stieß bei der Gemeinde Nonnweiler (Ldkr. St. Wendel, Saarland) auf großes Interesse. Bürgermeister Dr. Barth rief zum 1.7.2020 ein Projekt ins Leben, das sich in den nächsten beiden Jahren mit einer Potentialanalyse beschäftigen soll. Das Forschungsprojekt lautet Potentialanalyse Keltenland Hochwald-Hunsrück-Nahe und bearbeitet ein großes Themenfeld: Denkmalschutz – Forschung – Tourismus. Es wird gefördert durch ELER-Mittel der Europäischen Union, das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes sowie die KulturLandschaftsInitiative Sankt Wendler Land (KuLanI).

Das Projekt ist verortet am Keltenpark Otzenhausen, den die Gemeinde Nonnweiler im Jahr 2016 der Öffentlichkeit übergab. Der Keltenpark steht im direkten Zusammenhang mit dem „Hunnenring“, dem keltischen Ringwall von Otzenhausen, und ist das saarländische Eingangstor zum Nationalpark. Im nächsten Jahr starten die Bauarbeiten am Nationalparktor. Dieses Gebäude mit entsprechender Infrastruktur und – unter anderem – einer Ausstellung zum Keltenthema wird das bereits bestehende Keltendorf mit 10 Häusern und den „Hunnenring“ einbeziehen. Der Keltenpark ist ein außerschulischer Lernort, in dem der Förder- und Kulturverein „Die Hochwaldkelten“ den Besuchern keltisches Leben vermittelt – und zwar schon jetzt mit rund 20 Veranstaltungen jährlich. Der Keltenpark wird mit dem Glauberg (Hessen) und der Heuneburg (Baden-Württemberg) zu den beeindruckendsten Keltenorten Deutschlands gezählt. Er soll sich nicht nur zu einem regionalen Mittelpunkt für das Keltenthema entwickeln, sondern auch eine Brücke zu anderen Standorten im Hochwald-Hunsrück-Nahe-Raum schlagen. Daher zielt das Projekt darauf ab, ein landesübergreifendes Netzwerk zu bilden. Dessen Mitglieder arbeiten gemeinsam darauf hin, ein Keltenland Hochwald-Hunsrück-Nahe wahrnehm- und erlebbar zu machen.